PRÜFUNGSRECHT.com
Tipps und Informationen zum Prüfungsrecht

Befangenheit

Das Problem der Befangenheit taucht immer wieder auf, stellt jedoch bisweilen ein schwieriges Unterfangen dar. Insbesondere sind kritische Äußerungen und Bewertungen durchaus erlaubt. Nicht jedes negativ klingende Wort deutet gleich auf Voreingenommenheit hin, wenngleich ein "Quatsch" oder "Mist" in der Bewertung ohne jeden Zweifel nicht schön ist und tunlichst vermieden werden sollte, schon um den Anschein der Befangenheit zu vermeiden.

Überschritten ist die Grenze zweifellos bei beleidigenden, herabwürdigenden Äußerungen, ohne jeden prüfungsrelevanten Zusammenhang. Äußerungen wie beispielsweise "Sie sind blond, Sie haben das nicht verdient" oder "Sie werden auf dem Zahnfleisch kriechen," gehören in keine Prüfung.

Ein jeder Prüfer ist zur Neutralität, Sachlichkeit und Fairness bei der Durchführung und anschließenden Bewertung einer Prüfung verpflichtet. Er muss stets eine gewisse Distanz zu den Prüfungskandidaten wahren und diese auch erkennen lassen.

Allein die subjektiv empfundene Voreingenommenheit reicht zur Begründung der Befangenheit nicht aus. Diese ist vielmehr objektiv zu beurteilen. Sie muss sich zudem an konkrete Tatsachen anknüpfen lassen. Die Messlatte hängt dafür vergleichsweise hoch. So kann ein Prüfer einer wiederholten Bewertung einer Prüfungsarbeit, ohne ein Indiz für eine Befangenheit zu liefern, unumwunden an seiner ursprünglich gefällten Bewertung festhalten oder erneut nach der Ausgangsprüfung auch die Wiederholungsprüfung abnehmen.

Sollte dennoch Indizien für eine Voreingenommenheit des Prüfers vorliegen, ist diese unverzüglich nach dem Bekannt werden zu rügen. Gegebenenfalls ist außerdem der Rücktritt von der Prüfung zu erklären. Eine Anfechtung einer Prüfungsentscheidung kann andernfalls, bei Ableistung der Prüfung in Kenntnis der Voreingenommenheit, nicht mehr erfolgreich auf Befangenheit gestützt werden.

Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
top
Impressum | Kontakt | FAQ | Newsletter