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Begründungspflicht

Ein wichtiger Grundsatz des Prüfungsrechts ist die Pflicht eine jede Bewertung einer Prüfungsleitung zu begründen. Dies gilt jedenfalls ausnahmslos für alle Schulabschlussprüfungen und jede in beruflich wirkende Prüfung.

In einigen Prüfungsordnungen ist die Pflicht, teilweise auch Inhalt und Umfang der Begründung normativ festgelegt. Unabhängig von einer solchen Regelung gründet der Anspruch eines jeden Prüflings auf eine Begründung der Bewertung seiner Arbeit auf dem Grundrecht auf freie Berufswahl aus Art. 12 Abs. 1 GG und dem Recht auf effektiven Rechtsschutz.

Inhaltlich muss die Begründung so beschaffen sein, dass es dem Prüfling und gegebenfalls später dem Gericht möglich ist, die Gedankengänge des Prüfers bei der Bewertung nachzuvollziehen. Gerade für den Prüfling ist dies unerlässlich. Nur so ist es ihm auch möglich wirksam Einwände gegen die Bewertung zu erheben. Ein Gericht wiederum kann die Begründetheit erhobener Einwände später nur bei einer nachvollziehbaren Begründung überprüfen.

Es muss erkennbar sein, welche maßgeblichen Gründe den Prüfer zu der vorliegenden Entscheidung bewegt haben. Aus der Begründung muss hervorgehen, ob die gestellten Fachfragen korrekt, vertretbar oder falsch beantwortet wurden. Auch muss die Einordnung ins Bewertungssystem offenbar werden. Eine Detailschilderung wird nicht verlangt. Allein der Verweis auf die sogenannte Musterlösung reicht dagegen aber ebenfalls nicht aus.

Ein Zweitprüfer muss darüber hinaus im Falle großer Abweichung von der Erstkorrektor auch die Gründe seiner Abweichung erläutern.

Wichtig schließlich für alle Prüflinge, eine schriftliche Prüfungsleistung muss auch zwingend schriftlich begründet werden. Auch Randbemerkungen im Korrekturrand sind keine ausreichende Begründung. Sie können diese insbesondere nicht ersetzen.

Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
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