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Falsche Aufgabenstellung

Es kommt immer mal wieder vor, dass Prüfungsaufgaben fehlerhaft sind. Es sind dabei Fehler vielfältigster Art und Weise denkbar. Sie reichen von einfachen Druckfehlern bis zu gänzlich falscher Aufgabenstellung oder irritierender Aufgabenbezeichnung, etwa mit Fächern die dem Prüfungsstoff nicht zugeordnet werden können.

Nun sind auch Prüfer nur Menschen und können Fehler machen. Grundsätzlich dürfen diese jedoch nicht zu Lasten der Prüfungskandidaten gehen. Insbesondere darf der Prüfling die Aufgabe so bearbeiten, wie sie gestellt ist, denn so ist sie für ihn verbindlich. Gerade aus diesem Grund darf er auch darauf vertrauen, dass sie so in die Bewertung einfließt, wie sie formuliert wurde.

Wenn also ein Druckfehler beispielsweise den Sinn einer Aufgabenstellung verändert, diese aber dennoch sinnvoll beantwortet werden kann, gilt diese Aufgabenstellung mit der dazu passenden Lösung. Das beste Beispiel liefert dafür wohl ein Zahlendreher in einer Mathematikaufgabe, der dann zu einem anderen Rechenergebnis führt.

Nun ist es aber gleichfalls denkbar, dass eine fehlerhafte Aufgabenstellung einer sinnvollen Antwort nicht mehr zugänglich ist. In diesen Fällen darf der Prüfling die Aufgabenstellung jedoch keinesfalls in eine nach seiner Auffassung korrekte Aufgabenstellung uminterpretieren. Davor kann nur eindringlich gewarnt werden! Die Prüfungsaufgabe bleibt dennoch so wie sie gestellt ist, verbindlich. Er muss vielmehr die Fehlerhaftigkeit, sobald er sie bemerkt, gegenüber der Prüfungsaufsicht anzeigen. Danach gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die Prüfungsaufgabe kann nach Rücksprache mit dem zuständigen Prüfungsausschuss berichtigt werden, dann ist die berichtigte Aufgabe zu beantworten. Für den entstandenen Zeitverlust ist zwingend eine Verlängerung der Prüfungszeit zu gewähren. Kann die fehlerhafte Aufgabe nicht korrigiert werden, muss sie aus der Bewertungsgenommen werden. Auch in diesem Fall kann unter Umständen eine Prüfungszeitverlängerung in Betracht kommen.

Bei einer fehlerhaften Aufgabenstellung ist also genau zu unterscheiden:

Falsche Aufgabenstellung
Grafik: Falsche Aufgabenstellung / © 2009 prüfungsrecht.com + 51nullacht

Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
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