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Tipps und Informationen zum Prüfungsrecht

Ladung

Nach gefestigter Rechtsprechung treffen die Prüfungsbehörde den Prüflingen gegenüber gewisse Hinweis- und Fürsorgepflichten. Dazu zählt auch die Ladung zur Prüfung, soweit dies die Prüfungsordnung vorsieht, jedenfalls aber die Pflicht Prüfungstermine rechtzeitig, allgemein zugänglich, bekannt zu geben.

Die Ladung zum Prüfungsantritt geschieht je nach Prüfungsordnung auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Für staatliche Prüfungen, wie z.B. die Erste Juristische Staatsprüfung oder die Lehramtsprüfungen sehen die Prüfungsordnungen in der Regel eine schriftliche Ladung zum Prüfungsantritt vor und setzen dafür eine Ladungsfrist. Andere Prüfungen, insbesondere Diplomprüfungen verzichten dagegen auf eine schriftliche Ladung. Häufig werden die Prüfungstermine dann ausgehangen, was die Rechtsprechung anerkennt.

Neben Zeit und Ort der Prüfung muss die Ladung auch die zugelassenen Hilfsmittel benennen.

Die Ladung stößt immer wieder auf Probleme. Zwar begründet sie selbst keine Pflicht zum Prüfungsantritt, jedoch führt das Nichterscheinen zur Prüfung zur Bewertung dieser als durchgefallen. Fehler gehen dabei nicht immer zu Lasten der Prüfungsbehörde, sondern können auch zu Lasten des Prüflings gehen, da dieser umgekehrt auch eine Pflicht zur Mitwirkung hat.

Schwierigkeiten bereiten dabei vor allem die Fälle, in denen Prüflinge nicht geladen wurden bzw. darlegen keine Ladung erhalten zu haben. Wenn die Prüfungsbehörde nachweisen kann, die Ladung zur Post gegeben zu haben, gilt diese mit dem dritten Tag kraft Gesetzes als zugegangen. Diese Vermutung wird nur bei tatsächlichem Nichtzugang erschüttert. Die Anforderungen an diesen Tatsachenvortag sind nach stetiger Rechtsprechung sehr hoch. Es ist erforderlich, sogenannte erhebliche Zweifel am Zugang zu streuen, d.h. es müssen Tatsachen von einigem Gewicht vorliegen, die den nicht erfolgten Zugang stützen können.

Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
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