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Mündliche Prüfung

Für mündliche Prüfungen gilt im Wesentlichen das Gleiche wie für schriftliche Prüfungen auch, insbesondere muss sie ebenfalls durch eine sachliche und faire Atmosphäre gekennzeichnet sein.

Besonderheiten bestehen hier nur insoweit, dass mündliche Prüfungen häufig in Gruppenprüfungen abgehalten werden und das Zwei-Prüfer-Prinzip in der Regel durch eine Prüfungskommission ersetzt wird. Auch eine solche gewährleistet eine möglichst objektive Bewertung und dient der Fehlerminimierung bei der Bewertung.

Ersteres erfordert, dass jeder Prüfungskandidat in gleicher Weise hinsichtlich Art und Dauer wie seine Mitstreiter befragt wird.

Für die Prüfungskommission gilt, jedes Mitglied muss anwesend sein und ist verpflichtet der Prüfung uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken.

Auch die Bewertung einer mündlichen Prüfungsleistung unterliegt der Begründungspflicht. Der Prüfling hat einen Anspruch auf Begründung, allerdings muss er diesen auch geltend machen, d.h. er muss eine Begründung ausdrücklich verlangen. Insbesondere erfolgt eine schriftliche Begründung nur dann, wenn der Prüfungskandidat diese auch eingefordert hat. Zu beachten ist hierbei, dass die Begründung der Bewertung einer mündlichen Prüfung zeitnah zur Prüfung beansprucht werden muss, da sich die Prüfung später nicht mehr rekonstruieren lässt und die genaue Erinnerung schnell verblasst. Nach gewisser Zeit ist eine Begründung, wie sie allgemein zu erfolgen hat, schlicht nicht mehr möglich. Meist sehen Prüfungsordnungen deshalb Ausschlussfristen für das Verlangen nach einer Begründung des Ergebnisses einer mündlichen Prüfung vor. In der Regel wird die Geltendmachung des Begründungsanspruches unmittelbar nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses gefordert. Jedenfalls ist es aber verwährt erst Monate später eine Begründung zu verlangen.

Zu erwähnen ist schließlich, da dies immer wieder auf Missverständnisse stößt, dass das Protokoll einer mündlichen Prüfung grundsätzlich keine Inhalte aus dem Prüfungsgespräch enthalten muss. Es besteht grundsätzlich keine Verpflichtung, ein Wortprotokoll zu führen. Dies gilt nur dann, wenn die Prüfungsordnung dies ausdrücklich vorschreibt, was jedoch in den seltensten Fällen der Fall ist.

Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
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