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Offene Prüfungsunfähigkeit

Von offener Prüfungsunfähigkeit spricht man dann, wenn der Prüfling die Krankheit wenigstens in ihren Symptomen und die daraus resultierende Leistungsbeeinträchtigung bemerkt oder jedenfalls erkennen kann und muss.

Hierunter fasst man insbesondere alle physischen Krankheiten. Häufige Fälle sind etwa Übelkeit/ Erbrechen am Prüfungstag, hohes Fieber, Erkältung oder Ähnliches, aber auch unfallbedingte Verletzung fallen darunter.

Der Zeitpunkt des Auftretens ist dabei egal. Die Erkrankung kann Tage vor der Prüfung beginnen und zur Prüfung noch andauern, erst am Prüfungstag auftreten oder sogar erst während der Prüfung beginnen.

Sobald Krankheitssymptome auftreten und der Prüfling daraus eine mangelnde Leistungsfähigkeit ableitet, ist er zur Mitwirkung gegenüber der Prüfungsbehörde verpflichtet. Unerlässlich ist dabei der Besuch beim Arzt und die Erklärung des Rücktritts von der Prüfung. Diese muss unverzüglich nach dem Bemerken der Beeinträchtigung und sobald sie möglich ist erfolgen. Nur dann ist ein entschuldigtes Fernbleiben von der Prüfung ohne negative Folgen für das Prüfungsergebnis zu erwarten.

Eine Verpflichtung zum ausdrücklich erklärten Rücktritt besteht nur dann nicht, wenn die Prüfungsunfähigkeit offensichtlich ist, zum Beispiel wenn der Prüfling ins Krankenhaus eingeliefert wird oder während der Prüfung zusammenbricht. Gerade in letztgenannten Fällen ist das Aufsichtspersonal oder die mündlichen Prüfer vielmehr angehalten, dem Betroffenen so gut zu helfen.

Treten die Krankheitssymptome erst im Laufe der Prüfung auf, darf der Prüfling allerdings eine gewisse Zeit zuwarten. Er darf für sich klären, ob es sich um "normale" Prüfungsbegleiterscheinungen, nur vorübergehende oder andauernde Beschwerden handelt. Ein Rücktritt muss jedenfalls aber bis zum Ende der Prüfung erfolgen.

Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
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