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Tipps und Informationen zum Prüfungsrecht

Prüfungsdauer

Die Dauer einer Prüfung, seien es Klausuren oder mündliche Prüfungen oder handelt es um Abgabetermine für Hausarbeiten Diplom- oder Magisterarbeiten (vgl. insoweit Durchführung der Prüfung/ Meldefristen), richten sich immer nach der jeweiligen Prüfungsordnung. Von der darin festgelegten Dauer darf auch grundsätzlich nicht abgewichen werden. Diese Regelungen stehen nicht zur Disposition der Prüfer und Prüflinge. Abweichungen sind zwar nicht völlig ausgeschlossen, dürfen aber nie zu Lasten des Prüflings gehen. Eine Verkürzung der Prüfungsdauer seitens der Prüfungsbehörde ist danach kaum denkbar. Anders verhält es sich, wenn der Prüfling seine Prüfungsarbeit vorzeitig abgibt. Ein Verzicht auf die volle Prüfungszeit ist möglich.

Im umgekehrten Sinn sind auch Verlängerungen der Prüfungszeit nicht generell unzulässig. In besonderem Maß kann die Prüfungsdauer ausgedehnt werden. Genauere Angaben können dazu nicht abgegeben werden. Die Verlängerung ist immer an der Gesamtprüfungsdauer zu messen. Eine solche muss aber stets ausschließlich zugunsten der Prüflinge geschehen und allen Beteiligten gleichermaßen zu Teil werden. Eine Verlängerung ist insbesondere dann nie zu beanstanden, wenn sie vorangegangene Unterbrechungen der Prüfungszeit ausgleicht (vgl. insoweit Durchführung der Prüfung/ falsche Aufgabenstellung und Durchführung der Prüfung/ Störungen).

Gibt es im Einzelfall keine Regelung zur Prüfungsdauer in der Prüfungsordnung, kann sich diese aus der Verfahrenspraxis der Prüfungsbehörde ergeben. In diesem Fall gilt quasi das, was immer gemacht wird. Eine fehlende Regelung zur Prüfungsdauer führt jedenfalls keineswegs zur Beliebigkeit. Insbesondere gibt es keine unbegrenzte Prüfung.

Zu beachten ist, dass die Regelung der Prüfungsdauer nicht nur die Prüfungsbehörde, sonder gleichsam auch jeden einzelnen Prüfling verpflichtet. Der Prüfling ist gehalten, zur Prüfung zu erscheinen. Zum Problem einer nicht oder nicht rechtzeitig erfolgten Ladung sei an dieser Stelle verwiesen, vgl. Durchführung der Prüfung/ Ladung.  Auch ein verspäteter Prüfungsantritt kann insoweit für den Prüfling negative Folgen haben. Im günstigsten Fall darf er an der Prüfung trotz Verspätung teilnehmen. Die verlorene Prüfungszeit geht jedoch zu seinen Lasten. Die Verspätung gilt als teilweiser Verzicht. Im schlechtesten Fall ist eine Teilnahme bei Verspätung ausgeschlossen und die Prüfung wird mit der Bewertung „nicht bestanden“ sanktioniert. Ähnlich verhält es sich bei verspäteter Abgabe der Prüfungsarbeit, egal ob es sich dabei um Hausarbeiten mit Abgabeterminen handelt (vgl. insoweit Durchführung der Prüfung/ Ladung) oder der Prüfling nach Ende der Arbeitszeit an seiner Klausur weiter schreibt. Negative Sanktionen sind in diesen Fällen in der Regel gerechtfertigt, weil sich der Prüfling dadurch im Vergleich zu den anderen Kandidaten einen Vorteil verschafft, den es nach dem Grundsatz der Chancengleichheit für alle nicht geben darf.

Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
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