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Tipps und Informationen zum Prüfungsrecht

Störungen

Nicht nur die Aufgabenstellung, das Wissen und die Tagesform des Prüflings bestimmen und beeinflussen die Prüfungsleistung. Auch äußere Umstände können Auswirkungen auf das Prüfungsergebnis haben. Diese müssen angesichts des Eingriffscharakters von Prüfungen in das Grundrecht auf Berufsfreiheit aus Art. 12 Abs. 1 GG vermieden werden. Das hat gerade dann zu erfolgen, wenn sie nicht im Einflussbereich der Prüfungskandidaten liegen, was bei den äußeren Prüfungsbedingungen zum Großteil der Fall ist. Die Prüfungsbehörde trifft insoweit die Pflicht, gleiche und verträgliche Prüfungsverhältnisse für alle Kandidaten zu schaffen. Dies verlangt die Chancengleichheit für jeden Prüfungskandidaten. Es müssen dabei lediglich gleiche Verhältnisse, aber keine persönlichen Prüfungsverhältnisse für jeden einzelnen Kandidaten erzielt werden. So ist es beispielsweise ohne weiteres möglich, das Rauchen während der Prüfung bzw. im Prüfungsraum zu untersagen.

Treten dennoch während der Prüfung Störungen auf, fällt etwa im Prüfungsraum die Heizung aus oder ist es unerträglich heiß, funktioniert das Licht nicht oder wird die Prüfungsruhe durch Straßen- oder Baulärm oder gar ein klingelndes Telefon gestört, trifft die Prüflinge eine Mitwirkungspflicht. Zwar ist es allein Sache des Aufsichtspersonals Abhilfe zu schaffen und eine ordnungsgemäße Prüfungsatmosphäre wiederherzustellen, aber der Prüfling ist zuvor gehalten auftretende Störungen ähnlich dem Verfahren bei fehlerhafter Aufgabenstellung gegenüber dem Aufsichtspersonal oder in der mündlichen Prüfung gegenüber der Prüfungskommission zu rügen. Nur so kann er diesen Verfahrensfehler bei einer späteren Prüfungsanfechtung wirksam geltend machen. Unter Umständen reicht auch das nicht aus, sondern der Prüfling muss außerdem den Rücktritt von der Prüfung erklären.


Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
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