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Zwei-Prüfer-Prinzip

Das sogenannte Zwei-Prüfer-Prinzip besagt, wie schon dem Namen nach entnommen werden kann, dass gewisse Prüfungen von mindestens zwei Korrektoren zu bewerten sind.

Dieser Grundsatz dient vor allem dazu, eine möglichst objektive Bewertung zu sichern und Fehler in der Bewertung zu minimieren, denn auch Prüfer sind nur Menschen und vor nicht beabsichtigten Fehlern nicht gefeit.

Das Zwei-Prüfer-Prinzip ist keinesfalls eine blutleere Verfahrensanforderung. Vielmehr steckt dahinter, dass sich jeder der Prüfer umfassend, direkt und unabhängig von seinem Mitstreiter mit der Prüfungsleistung auseinandersetzen muss. Diese Anforderungen schließen jedoch nicht aus, dass sich der Zweitkorrektor der Bewertung des Erstkorrektors mit dem Wort "einverstanden" anschließt.

Im Allgemeinen erfährt dieses Prinzip nur im Rahmen von schriftlichen Prüfungsleitungen Bedeutung, da für mündliche Prüfungen andere Maßstäbe gelten. Diese werden in der Regel von einer aus mehreren Personen bestehenden Prüfungskommission abgenommen. Eine Gefahr einseitiger oder fehlerhafte Bewertung ist hier von vornherein minimiert.

In der Regel ist dieses Prinzip jedenfalls für Studienabschluss- und Zwischenprüfungen gesetzlich geregelt, so beispielsweise auch in § 23 Abs. 9 Satz. 1 Sächsisches Hochschulgesetzt. Ausnahmen sind aber auch nach dieser Normierung möglich. Das Regel-Ausnahmeverhältnis darf sich nur nicht ins Gegenteil verkehren.

An solch eindeutigen Bestimmungen muss sich insbesondere jede Prüfungsordnung messen lassen. Sie darf dem nicht zuwiderlaufen, sonst wäre sie rechtlich unwirksam.

Zu beachten ist aber, dass es ein generelles Muss zur Zweiprüferbewertung nicht gibt. Zweifelsfrei besteht diese Verpflichtung nur für Zwischenprüfungen, soweit von diesen der Fortgang der Ausbildung abhängt und Abschlussprüfungen. Auf jede andere ausbildungs- bzw. studienbegleitende Prüfung kann dies nicht so ohne Weiteres übertragen werden. Insofern gilt aber, je intensiver eine Bewertung einer Prüfung in das grundrechtlich verbürgte Recht auf freie Berufswahl aus Art. 12 Abs. 1 GG eingreift, um so eher ist eine solche Bewertung auf sprichwörtlich zwei Beine zu stellen, also von zwei Prüfern vorzunehmen.

Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
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