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Zweite Wiederholungsprüfung

Maßgeblich für die Anzahl der Wiederholungsmöglichkeiten ist in erster Linie die Prüfungsordnung.

Soweit sich darin keine entsprechende begrenzende Regelung findet, kann eine Prüfung unbeschränkt wiederholt werden. Dieser Fall ist jedoch äußerst selten.

Im Normalfall können Prüfungen nur einmal wiederholt werden. Eine einmalige Wiederholungsmöglichkeit ist dabei zwingend verfassungsrechtlich wegen des Eingriffscharakters von Prüfungen in das Grundrecht auf Berufsfreiheit aus Art. 12 Abs. 1 GG geboten.

Eine Ausnahme zur Begrenzung auf eine nur einmalige Widerholungsmöglichkeit bilden lediglich Freiversuche, die in vielen Prüfungsordnungen für den Fall eines zügigen Studienabschluss vor bzw. in der Regelstudienzeit vorgesehen sind.

In manchen Prüfungsordnungen ist darüber hinaus in eng begrenztem Maß auch eine Zulassung zu einer zweiten Wiederholung einer Prüfung möglich. Eine zweite Wiederholung gibt es jedoch nur dann, wenn dies die Prüfungsordnung ausdrücklich vorsieht. Sie muss gesondert bei der Prüfungsbehörde beantragt werden. Der Antrag muss dabei umfassend begründet werden. Andernfalls riskiert man eine sofortige Ablehnung. Auch ein Antrag allein reicht für eine zweite Wiederholungsmöglichkeit nicht aus. Diese wird vielmehr nur ausnahmsweise, beim Vorliegen eines besonderen Ausnahmefalles gewährt. Häufigster Grund dafür sind familiäre Probleme und Unglücksfälle während der Prüfungsvorbereitung oder unmittelbar im zeitlichen Rahmen vor der Prüfung. In diesen Fällen kann davon ausgegangen werden, dass es dem Prüfling in der Prüfung nicht möglich war, sein gesamtes Wissen und Können zu zeigen, so dass die Frage der Geeignetheit für den angestrebten Beruf nach nur einmaliger Wiederholung noch nicht abschließend geklärt ist.

Im einzelnen ist bei einer zweiten Wiederholungsprüfung Folgendes zu beachten:
  1. Eine zweite Wiederholungsmöglichkeit muss in der Prüfungsordnung vorgesehen sein.
  2. schriftlicher Antrag auf zweite Wiederholung bei der Prüfungsbehörde
  3. Beachtung einer möglicherweise bestehenden Antragsfrist (Prüfungsordnung!), jedenfalls aber zeitnah nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses aus der ersten Wiederholungsprüfung
  4. Darlegung einer besonderen Ausnahmesituation
  5. Begründung des Antrags

Tipps zum Prüfungsverfahren

I. Vor der Prüfung

Besorgen Sie sich Ihre Prüfungsordnung. Diese ist wichtig für den gesamten Studien- und Prüfungsablauf.

II. In der Prüfung

Rügen Sie während der Prüfung auftretende Missstände gleich welcher Art immer, sofort gegenüber dem Aufsichtspersonal oder der Prüfungskommission rügen.

III. Nach der Prüfung

Nach der Prüfung sollten Sie sich zunächst einmal freuen, dass es für's Erste geschafft ist und das Ergebnis abwarten. Sie sollten sich aber gerade nicht zurücklehnen und Abwarten, wenn Ihnen nach der Prüfung bekannt wird, dass Sie nicht voll leistungsfähig waren.
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